Kulturelle Bildung als Ziel: Über das Projekt

Konzept Hessen/         
Künstlerische Leitung: Jungyeon Kim (Choreographie ) und Ferenc Kréti (Theater)

 http://www.theaterlabor-artproductions.com

Konzept Aquitaine / 
Künstlerische Leitung: Théâtr’action Bordeaux (Jürgen Genuit)

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wir danken für die freundliche Unterstützung dem              

Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V., dem deutsch-französischen Jugendwerk und dem Kulturamt Frankfurt am Main

ÜBER DAS PROJEKT

Begegnung auf einer universellen Ebene

„Wir begegnen uns auf einer universellen Ebene“ – dieser Satz einer Teilnehmerin im Interview mit einer Journalistin ist mir wie kein anderer im Gedächtnis geblieben. Er steht für eine besondere Qualität von Begegnung und kennzeichnet die Zielsetzung in diesem bilateralen Kulturprojekt. T-LAP erreichte 2012 eine Anfrage des Regionalrates Aquitaine für ein deutsch-französisches Partnerschaftsprojekt mit dem Land Hessen. T-LAP ist eine Initiative, die explizit die Vernetzung internationaler Kulturschaffender in einem von Internationalität, Toleranz und Respekt geprägten Kontext als Ziel hat. Diese Gewichtung führte zu dem ersten gemeinsamen Projekt mit Förderung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, dem Deutsch-Französischen Jugendwerk und (seit 2014) der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ).

Thema_8

Unsere Aufgabe sehen wir darin, einen gemeinsamen Erfahrungsraum zu schaffen. Dieser Erfahrungsraum soll einen Austausch auf eine natürliche, d. h. dem Moment mit seinen Erfordernissen entsprechende, sinnhafte Weise unterstützen. Der kommunikative Raum für Begegnungen mit Sprache als Medium entsteht au vielfältige Weise:

Er wird real in deutsch-französischen Gruppenarbeiten; in Soloarbeiten beim z. B. Verfassen von persönlichen Texten basierend auf Erfahrungen der eigenen Biografie;  im Teilen der deutsch-französisch Unterkünfte; am Essenstisch, beim Tischtennisspielen etc.. Die Annäherung an das Projektthema, welches sich mit Fragen des Lebens beschäftigt und die Welterfahrung der Teilnehmenden als Ausgangspunkt für den Austausch nimmt.

Und dem Kaiser geht es besser..

Dieser Raum als gemeinsamer Mikrokosmos des Projekts wird mitgestaltet durch die Aufmerksamkeit für eine achtsame Sprache, die Klarheit, Zuhören und Aufmerksamkeit in den Vordergrund stellt. Diese Achtsamkeit ist für die Begegnung im Allgemeinen wertvoll und gleichzeitig notwendig und Ausgangspunkt für den ästhetischen Ausdruck mittels der Darstellenden Kunst.  Denn: der Bühnenraum als Ort der Gestaltung ist selbst ein Ort verdichteter komplexer Kommunikation und ästhetischem Ausdruck. Die Spielende kommuniziert dabei mit sich als Instrument, als Vermittlerin von Inhalten, den Mitspielenden, dem Raum, welcher sie umgibt, dem Publikum.

Unser Ziel, die behandelten Themen auf eine gemeinsame Bühne zu bringen erfordert eine Suchbewegung, um eine Ebene zu erschaffen, die Begegnung persönlich wie sprachlich erlaubt. Dabei ist das Gemeinsame sowie das Verschiedene Teil des Spiels, das sich für den Zuschauer unmittelbar abspielt in einem performativem Raum und Prozess. Zehn tagelang begegnen sich die Sprachen, das Französische, das Deutsche und manchmal auch das Englische zur Vermittlung. Spielerisch entstehen in diesem Zeitraum unzählige Momente abseits und auf der Bühne.

Konzept Performance Werkstatt 

Die Performance Werkstatt versteht sich als ein künstlerisches Projekt im Kontext Kultureller Bildung im Fokus deutsch-französischer Beziehungen. Sie richtet sich an junge Kunst- und Kulturschaffende mit weitergehendem Interesse an der Erforschung und Entwicklung darstellender Ausdrucksformen. Ziele des Projekts sind die Einführung in performative Methoden und der künstlerisch-kulturelle Austausch. Der  Umgang und das Spiel mit den Partnersprachen wird durch ein begleitendes Sprachkonzept unterstützt, französische Sprachkenntnisse sind dafür nicht erforderlich. Die Werkstatt endet mit einer öffentlichen Abschluss-Performance.

Das bilaterale  Treffen  aktuelle Themen in den Mittelpunkt der Betrachtung. Zusammen mit den Teilnehmenden werden Erfahrungen und Haltungen der Gruppe bewusst gemacht und Ausdrucksformen experimentell in einem kreativen Prozess entwickelt. Biografischen Erfahrungen der Teilnehmenden mit ihren subjektive Sichtweisen bilden den Ausgangspunkt der inhaltlichen Gestaltung. Welche Übereinstimmung oder Unterschiede bestehen innerhalb der deutsch-französischen Gruppe? Welche Stereotypen, Vorurteile liegen zwischen Ihnen?

Methodisch basiert das Projekt auf dem Konzept TheaterJazz und Creative Facilitation nach F. Kréti (in Anlehnung an das FOOLS CONCEPT von FRANKI ANDERSON) sowie verschiedenen ästhetischen Ansätzen aus dem Bereich der Darstellenden Kunst mit Fokus auf Methoden des  zeitgenössischen Tanzes- bzw. Theaters (u.a. LABAN; ACTION THEATRE; HALPRIN etc.) im Vordergrund.

Zielgruppe: Studierende, Auszubildende, junge Berufstätige

Eingeladen sind Jugendliche, junge Erwachsene (18-30 Jahre) mit explizitem Interesse an den Darstellenden Künsten, Absolventen einer Theaterschule oder verwandten künstlerischen Studiengängen und Personen, die sich für die Aufnahme an einer Tanz- oder Theaterschule vorbereiten.

Die Jugend Gäste Etage 

Das deutsch-französische Partnerschaftsprojekt fand in Frankfurt am Main mit Unterkunft in der Jugend Etage des Bund Deutscher Pfadfinder/Landesverband Hessen statt.  Die Teilnehmenden wurden in binationalen Gruppen untergebracht. Das Tagungshaus, das schwerpunktmäßig als Jugendbildungsstätte tätig ist, hat sich seit Beginn zu einem Gästehaus für unterschiedliche Gruppen entwickelt, die hier von der Lage und Ausstattung her optimale Bedingungen vorfinden: „In einer ehemaligen Fabrik, zentral in Frankfurt gelegen, bietet die gemütliche Jugendgästeetage in Frankfurt eine tolle – und vor allem kostengünstige – Übernachtungsalternative für Gruppen bis zu 16 Personen.“

QUELLE http://www.jge-frankfurt.de

Die Theaterarbeit und die Sprachanimation erfolgte in der Turnhalle einer naheliegenden Schule, der IGS HERDER SCHULE.

Pädagogische Ziele, besondere Zielsetzungen

Künstlerisch

 Allgemein

Ziel ist allgemein die Förderung der deutsch-französischen Beziehungen. Der künstlerische Rahmen ist Anlass für die Begegnung junger französischer und deutscher Teilnehmenden. Die künstlerische Arbeit erfordert und fördert eine intensive Kommunikation. Sie eröffnet darüber hinaus konkrete Erfahrungsräume für persönliche Kontakte. Dies wird unterstützt durch:

  • Ein zweisprachiges Theaterkonzept;
  • Ein Konzept der Sprachanimation mit dem Ziel eines niedrigschwelligen Zugangs zur jeweils anderen Sprache;
  • Gemeinsame Unterbringung und Freizeit-Aktivitäten.

Künstlerisch

Allgemeine Zielsetzung ist die Förderung des künstlerischen Austauschs zwischen den deutschen und französischen Theatern in einem gemeinsamen Projekt mit jungen Erwachsenen.

Im Fokus stehen dabei thematisch u.a. die

  • Einführung in performative Arbeitsweisen und Methoden
  • Ein theaterpädagogisches Konzept mit Fokus auf den Sprachvermittlungsakt (Creative Facilitation)
  • Erarbeitung von Texten zur Szenenentwicklung mit biografischem Ausgangspunkt, die Einblicke in deutsch-französische Sichtweisen ermöglichen,
  • Entwicklung einer übersprachlichen Kommunikationsebene durch Körpertheater
  • Auseinandersetzung mit dem Thema über ästhetische Zugänge und Methoden künstlerischer Forschung
  • Gestaltung einer Performance